Karpfenangeln mit Boilies

Ein Boilie als Köder bringt einen entscheidenden Vorteile mit sich: Er ermöglicht gezieltes Angeln. Denn nur Karpfen und einige karpfenartige Fische mögen Boilies überhaupt. So werden ungewollte Beifänge vermieden. Indem die Größe des Boilies verändert wird, kann zusätzlich auch die Größe des gefangenen Fischs beeinflusst werden.

Wichtig ist das Anfüttern mit dem Boilie. Indem die Karpfen bereits im Vorfeld des Angelausflugs regelmäßig mit dem ausgewählten Boilie gefüttert werden, gewöhnen sie sich daran und verlieren die Angst davor. Das erhöht die Ausbeute.

Die Geschichte des Boilie

Eine Teigkugel wird in kochendes Wasser geworfen und fertig ist der Boilie, der beliebteste Köder zum Karpfenangeln.

Entwickelt wurden die runden Boilies Ende der 1960er-Jahre vom Briten Fred Wilton. Grundlage dafür war seine High Nutrient Value-Theorie. Diese Theorie, die Wilton aus einem Bericht über Kaninchen in Australien ableitete, besagte, dass Karpfen gutes, Wachstumsförderndes Futter erschmecken können. Basierend darauf entwickelte er den Boilie, durch den der Karpfen mit allen nötigen Nährstoffen versorgt wird.

Boilies

Das Boilie Rezept

Das Rezept sah wie folgt aus: Wilton mischte unter Verwendung vieler Eier und Milchpulver (um einen hohen Proteingehalt zu garantieren) sowie Angelfuttermischungen einen Teig an, den er dann - zu Kugeln geformt - leicht kochte. Dadurch bekam die Kugel eine Art Gummihaut.

Diese verhindert zum einen, dass sich der Boilie im Wasser auflöst. Zum anderen sorgt sie dafür, dass der Boilie nur von Karpfen gefressen werden kann. Noch heute werden bei der maschinellen Herstellung von Boilies diese Zutaten verwendet um einen hohen Gehalt an Aminosäuren, Calcium und Lecithin sicher zu stellen.

Viele professionelle Karpfenangler bieten mittlerweile Guidingtouren im In- und Ausland. Bei diesen Guidings werden neben hochwertigen Boilies auch Bivvies, Karpfenzelte und hochwertige Angelschirme zur Verfügung gestellt. Bei Buchung einer solchen Gudingtour werden die Angelköder direkt bereitgestellt. Nahezu alle Anbieter von Guidingtouren bieten ausschließlich hochwertige Boilies zum Anfüttern und Angeln an.

Neben dem benötigten Futter, welches auf das jeweilige Zielgewässer abgestimmt sein sollte, bieten professionelle Guiding-Anbieter auch das entsprechende Karpfentackle wie z.B. Bivvys oder Angelliegen als Leihgerät an. Eine professionelle Gudingtour auf Karpfen ist also immer eine Überlegung Wert!

Boilies selber herstellen

Aber Boilies lassen sich in kleineren Mengen auch zu Hause ohne großen Aufwand selber herstellen. Aufgrund der eingesetzten Flavours kann es hier allerdings zu Geruchsbelästigung von Nichtanglern kommen. Dafür benötigt man nur Hartweizengrieß, Maismehl, Vogelfutter und Fischmehl. Mit den Zutaten werden die Eigenschaften der Boilies beeinflusst. Wie schwer oder leicht, fein oder grob der Boilie ist, entscheidet darüber, ob der Fisch am Haken hängen bleibt oder eben nicht.

Abhängig von der Menge des jeweiligen Rohstoffs kann zum Beispiel die Konsistenz des Boilies zwischen zäh und sehr hart variieren. Besonders ein hoher Anteil an Maismehl und Eggalbumin sorgt aufgrund seiner extrem guten Bindeeigenschaften dafür, dass der Boilie schnell sehr hart wird.

Der Hartweizengrieß sorgt aufgrund seiner groben Struktur für eine gute Ausspülung durch das Wasser, das heißt die dem Boilie beigemischten Flavours werden ins Wasser gespült und locken so den Karpfen an. Das Vogelfutter verfügt über besonders viele Mineralien und Vitamine, ist leicht verdaubar und sorgt für eine rötliche oder gelbliche Färbung der Boilies. Das Fischmehl dagegen hat einen sehr starken Eigengeruch und Geschmack.

Der richtige Boilie zu richtigen Zeit

Der Bolie - vor allem dessen Zusammensetzung - muss allerdings immer auch zum Gewässer und der Jahreszeit passen. Denn nur mit dem richtigen Boilie lässt sich die Fangquote deutlich erhöhen. Bei den Zutaten sollte darauf geachtet werden, dass Stoffe verwendet werden, die der Fisch nicht aus seiner natürlichen Umgebung aufnehmen kann. Das muss allerdings auf jedes Gewässer individuell abgestimmt werden, denn überall sind andere Nahrungsbestandteile Mangelware.

Beim Angeln in stillen Binnengewässern, zum Beispiel Baggerseen und Naturteichen, kann prinzipiell jeder Boilie verwendet werden. Allerdings sollte auf dessen Gewicht geachtet werden: An Gewässern mit schlammigem Boden sollte der Boilie leicht bzw. auftreibend sein damit nicht in den morastartigen Boden sinkt. In Fließgewässern dagegen sollte ausschließlich ein schwerer Boilie zum Einsatz kommen. Denn dieser bleibt trotz Strömung relativ stabil an einer Stelle und wird, sofern nicht zuviel Strömung vorherrscht, nicht abgetrieben.